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🔬 Kresse im Dunkeln: Wachsen Pflanzen ohne Licht?

Grün – ungefährlich⏱ 20 Min.ÜberallleichtKita (3–6 Jahre)Grundschule (6–10 Jahre)Weiterführende Schule (10–16 Jahre)Jugendliche & Erwachsene (16+)

Zwei Schalen Kresse – eine am Fenster, eine im Karton. Nach einer Woche sieht man, was Licht für Pflanzen bedeutet. (20 Minuten Arbeit, 7 Tage Beobachtung.)

Fragestellung: Was passiert mit Kresse, die eine Woche lang im Dunkeln keimt und wächst?
⚠️ Sicherheit – Grün – ungefährlich

Schutz: Keine besondere Schutzausrüstung. Nur die grüne Kresse vom Fenster ist zum Essen gedacht – vorher abspülen.

Entsorgung: Pflanzenreste und Küchenpapier in den Biomüll, Schalen spülen.

Material

  • 1 Päckchen Kressesamen (Drogerie)
  • 2 Flache Schale
  • 4 Blatt Küchenpapier
  • 100 ml Wasser
  • 1 Schuhkarton
  • 1 Lineal
  • 1 Notizblock und Stift

So geht es

  1. Legen Sie in beide Schalen zwei Lagen Küchenpapier und feuchten Sie es gut an – es soll nass sein, aber kein Wasser stehen.
  2. Streuen Sie in beide Schalen gleich viele Samen, etwa einen Teelöffel. – Gleiche Mengen, gleiche Feuchte – nur das Licht soll sich unterscheiden.
  3. Stellen Sie eine Schale auf die Fensterbank. Die andere kommt in den Schuhkarton mit Deckel an einen gleich warmen Platz. – Der Karton darf kein Licht hereinlassen.
  4. Halten Sie das Papier täglich feucht – auch im Karton (kurz öffnen, gießen, schließen).
  5. Messen Sie jeden Tag die Höhe der Pflänzchen mit dem Lineal und notieren Sie Farbe und Aussehen in einer Tabelle.
  6. Nach 5 bis 7 Tagen: Vergleichen Sie beide Schalen nebeneinander. Stellen Sie danach die blasse Kresse ans Fenster und beobachten Sie zwei weitere Tage.

Beobachtung

Beide Schalen keimen. Am Fenster bleiben die Pflänzchen kurz, kräftig und werden grün. Im Karton werden sie lang, dünn und bleiben blassgelb bis weiß; die Blätter bleiben klein. Stellt man die blasse Kresse ans Licht, wird sie innerhalb von ein bis zwei Tagen grün.

Erklärung

Pflanzen brauchen Licht wie wir Essen. Im dunklen Karton sucht die Kresse das Licht und streckt sich ganz lang – aber sie bleibt blass, weil ihr ohne Licht das Grün fehlt. Am Fenster bekommt sie Licht, bleibt kurz und wird schön grün.
Pflanzen stellen ihre Nahrung selbst her – mit Licht, Wasser und Luft. Dafür brauchen sie den grünen Farbstoff in den Blättern. Dieser Farbstoff entsteht nur, wenn Licht da ist. Im Dunkeln bleibt die Kresse darum blass. Sie wächst trotzdem schnell in die Höhe, weil sie aus dem Vorrat im Samen lebt und das Licht sucht. Ist der Vorrat aufgebraucht, würde sie absterben. Am Fenster bleibt sie kurz und kräftig, weil sie das Licht schon hat.
Im Dunkeln keimen Samen aus ihren Speicherstoffen, ohne Fotosynthese. Die Keimlinge zeigen Etiolement: stark verlängerte, dünne Sprossachsen, kleine Blätter und keine grüne Farbe, weil das Chlorophyll nur unter Lichteinfluss gebildet wird. Das verlängerte Wachstum ist eine Strategie, möglichst schnell ans Licht zu kommen, bevor die Reserven des Samens erschöpft sind. Am Licht bremst die Pflanze das Längenwachstum, bildet Chlorophyll und beginnt mit der Fotosynthese: Aus Wasser und Kohlenstoffdioxid entstehen mit Lichtenergie Zucker und Sauerstoff.
Die Vorgänge werden über Lichtrezeptoren gesteuert, vor allem Phytochrome und Cryptochrome. Ohne Licht bleibt das Entwicklungsprogramm der Skotomorphogenese aktiv: gestreckte Sprossachse, geschlossener Hakenbereich, unentfaltete Blätter, keine Chlorophyllsynthese (die Vorstufe Protochlorophyllid wird erst durch Licht zu Chlorophyllid reduziert). Trifft Licht auf die Keimlinge, schalten die Rezeptoren auf Photomorphogenese um: Das Streckungswachstum wird gebremst, Chloroplasten reifen, Chlorophyll entsteht – daher das Ergrünen binnen Stunden bis Tagen. Energetisch lebt der etiolierte Keimling allein von den Reserven des Samens; sein hoher Längenzuwachs ist Investition in die Chance, das Licht rechtzeitig zu erreichen.
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Quellen

Version 2 · veröffentlicht 20.10.2026 · Lizenz: Alle Rechte beim Betreiber

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