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🔬 Eiswürfel-Angel: Mit Salz und Faden einen Eiswürfel heben

Grün – ungefährlich⏱ 15 Min.Küche / zu HauseleichtKita (3–6 Jahre)Grundschule (6–10 Jahre)Weiterführende Schule (10–16 Jahre)Jugendliche & Erwachsene (16+)

Ein Faden liegt auf einem schwimmenden Eiswürfel, etwas Salz darauf – und nach einer Minute lässt sich der Würfel am Faden aus dem Glas angeln.

Fragestellung: Was passiert, wenn Salz auf einen Eiswürfel gestreut wird, auf dem ein Faden liegt?
⚠️ Sicherheit – Grün – ungefährlich

Schutz: Keine besondere Schutzausrüstung. Das Salzwasser nicht trinken.

Entsorgung: Wasser in den Abfluss, Faden in den Restmüll oder wiederverwenden.

Material

  • 3 Eiswürfel
  • 1 Glas (durchsichtig)
  • 200 ml Wasser
  • 20 cm Wollfaden
  • 1 Prise Salz

So geht es

  1. Füllen Sie das Glas mit kaltem Wasser und legen Sie einen Eiswürfel hinein – er schwimmt oben.
  2. Legen Sie das Ende des Fadens quer über die Oberseite des Eiswürfels. – Der Faden soll das Eis berühren, nicht im Wasser hängen.
  3. Streuen Sie eine Prise Salz auf den Faden und das Eis darunter. – Wenig Salz – eine Prise genügt.
  4. Zählen Sie langsam bis 45 und heben Sie den Faden dann vorsichtig an.
  5. Versuchen Sie es mit dem zweiten Eiswürfel ohne Salz und mit dem dritten mit viel Salz. Was ändert sich?

Beobachtung

Zunächst passiert scheinbar nichts; der Faden liegt lose. Nach 30 bis 60 Sekunden ist er am Eis festgefroren, und der Eiswürfel lässt sich am Faden anheben. Ohne Salz klappt es nicht.

Erklärung

Salz macht Eis ein bisschen nass: Da, wo das Salz liegt, schmilzt das Eis. Dabei wird es rundherum noch kälter, und das Wasser friert gleich wieder fest – mit dem Faden mittendrin. Jetzt klebt der Faden am Eis, und du kannst den Würfel angeln.
Salzwasser gefriert erst bei Temperaturen unter null Grad – darum streut man im Winter Salz auf die Straße. Das Salz auf dem Eiswürfel lässt die oberste Schicht schmelzen. Zum Schmelzen braucht das Eis Wärme, die es seiner Umgebung wegnimmt: Es wird noch kälter. Das Schmelzwasser wird durch neues Wasser und das viele kalte Eis wieder verdünnt und friert erneut – und schließt dabei den Faden ein.
Gelöstes Salz senkt den Gefrierpunkt von Wasser (Gefrierpunktserniedrigung). Wo Salz auf dem Eis liegt, bildet sich eine Salzlösung, die bei 0 °C flüssig ist – das Eis darunter schmilzt. Schmelzen ist ein endothermer Vorgang: Die dafür nötige Schmelzwärme wird dem Eiswürfel und der Lösung entzogen, die Temperatur an der Oberfläche sinkt unter 0 °C. Weil das Salz sich in die Umgebung verteilt und die Lösung verdünnt wird, steigt der Gefrierpunkt des Schmelzwassers wieder; es erstarrt am unterkühlten Eis und bindet den Faden ein.
Die Gefrierpunktserniedrigung ist eine kolligative Eigenschaft: Sie hängt von der Zahl gelöster Teilchen ab, für Kochsalz etwa 3,7 K je mol NaCl pro Kilogramm Wasser (zwei Ionen je Formeleinheit). Lokal entsteht so eine Lösung, die bei Umgebungstemperatur des Eises flüssig ist, der Eiswürfel schmilzt dort. Die Schmelzenthalpie (etwa 334 J/g) wird dem System entzogen; der Eiswürfel, der aus dem Gefrierfach meist deutlich kälter als 0 °C ist, kühlt die entstehende Lösung. Mit dem Abfließen und Verdünnen der Sole steigt der Gefrierpunkt der dünnen Flüssigkeitsschicht wieder über die aktuelle Temperatur, sie gefriert an der Eisoberfläche und schließt den Faden mechanisch ein. Dasselbe Wechselspiel nutzt jede Eis-Salz-Kältemischung.
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Quellen

Version 2 · veröffentlicht 16.10.2026 · Lizenz: Alle Rechte beim Betreiber

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